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Wie du den passenden Schlafsack für dein nächstes Abenteuer findest

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6 nützliche Tipps, die dir die Suche erleichtern werden

Das Angebot an Schlafsäcken ist gross. Da kann die Suche
nach dem idealen Schlafsack schnell zur Herausforderung werden.

Aber keine Sorge: Wenn du die 6 Fragen in diesem Blogpost
beantwortet hast, wird dir die Schlafsackwahl viel leichter fallen.

Vor einem Jahr habe ich mir selbst einen neuen Schlafsack
gekauft und dafür viel recherchiert. Da ich seither immer wieder gefragt werde,
wie ich meinen Schlafsack ausgewählt habe, werde ich meinen
Entscheidungsprozess etwas zusammenfassen.

Ein neuer Schlafsack, warum denn das?

Ich lege viel Wert darauf, Dinge möglichst lange zu
benutzen. Meine Devise: Je länger ich meinen Schlafsack brauchen kann, umso
besser. Das spart Geld und ist nachhaltiger.

Während mehr als 10 Jahren war ich mit meinem fast 2 kg
schweren, bis +5 Grad kompatiblen Daunenschlafsack unterwegs. Und lange passte das
für mich auch wunderbar. Doch nach meinem einmonatigen Via-Alpina-Trekk im
Sommer 2016 entschloss ich mich, nun endlich nach einer etwas wärmeren und
leichteren Alternative zu suchen.

6 hilfreiche Fragen, die mich bei der Schlafsacksuche weitergebracht haben

Wenn du diese 6 praktischen Fragen vor dem Kauf eines Schlafsacks beantwortest, wird dir die richtige Wahl einfacher fallen.

1. Wo möchtest du den Schlafsack einsetzen?

Wenn du vor allem in trockenen Gebieten campieren willst oder sicherstellen kannst, dass dein Schlafsack trocken bleibt, ist ein Daunenschlafsack gut geeignet.

Wenn du aber auch häufig in feuchteren Regionen unterwegs bist, solltest du auch Schlafsäcke aus Kunstfasern in Betracht ziehen. Die sind schwerer und grösser. Sie speichern aber auch im feuchten oder sogar nassen Zustand noch relativ viel Wärme.

Anders bei Daunenschlafsäcken:

Wenn Daunenschlafsäcke nämlich nass werden, verklumpen die Federn und die Isolationsfähigkeit nimmt stark ab.

Ausserdem ist es in der freien Wildbahn wirklich schwierig, einen Daunenschlafsack wieder trocken zu bekommen, ohne dass die Federn zusammenkleben (gelingt in einem Wäschetrockner mit Tennisbällen oder in der Fachreinigung).

Kunstfaserschlafsäcke sind da weniger heikel. Sie sind zwar oft etwas voluminöser und schwerer als Daunenschlafsäcke, trocknen aber besser in der Sonne, wenn sie einmal feucht sind.

2. Wie wichtig ist das Gewicht für dich?

Bist du meistens mit dem VW-Büssli unterwegs? Dann darfs auch ein etwas schwererer Schlafsack sein. Hier eignet sich der günstigere Kunstfaserschlafsack einwandfrei!

Wenn gute Isolation bei geringem Packmass und Gewicht für dein Vorhaben wichtig sind, ist ein Daunenschlafsack zu empfehlen.

Warme und leichte Daunenschlafsäcke sind deutlich teurer als Kunstfasermodelle.

3. Wie kalt ist es normalerweise dort, wo du übernachtest?

Zieht's dich ins hochalpine Gelände?Möchtest du auch im Winter draussen übernachten? Dann lohnt es sich, nach einem warmen Schlafsack Ausschau zu halten.

Wenn du vor allem im Sommer, in tiefergelegenen, weniger windexponierten und wärmeren Gebieten schlafen willst, tut's auch ein leichterer und weniger warmer Schlafsack.

Damit du weisst, für welche Temperaturen der Schlafsack geeignet ist, gibt es drei einheitliche Angaben auf allen Schlafsäcken:

  • Komfort: An diesem Wert solltest du dich beim Kauf orientieren! Hersteller gehen davon aus, dass eine Frau bei dieser Temperatur auf dem Rücken liegend nicht frieren sollte.
  • Limit: Hier wird's auch im Schlafsack schon sehr unangenehm. Als Beispiel: Wenn diese Temperatur erreicht wird, müsste sich auch ein Mann zusammenrollen und würde immer noch stark frieren.
  • Extrem: Jetzt gehts ums Überleben! Hersteller gehen davon aus, dass eine durchschnittliche Frau bei dieser Temperatur auch zusammengerollt stark friert, aber gerade noch keine Erfrierungen bekommt. Es versteht sich von selbst, dass man es nie darauf ankommen lassen will, diesen Wert auszutesten.

Grundsätzlich gilt: Entscheide dich lieber für einen Schlafsack mit einer leicht tieferen Komforttemperatur, als du sie bei deinen Unternehmungen erwartest. 

4. Wie schnell hast du kalt?

Wann und wie stark wir frieren, hängt stark mit unseren körperlichen Voraussetzungen, aber auch mit unserem Gesundheits- oder Ermüdungszustand zusammen.

Auch wenn uns die Angaben der Hersteller bei der Auswahl helfen: Wir sollten unser eigenes Kälteempfinden beim Kauf immer im Hinterkopf haben.

Bringst du auch im Sommer immer
eine Notfall-Daunenjacke mit? Oder macht dir Kälte gar nichts aus und du kannst
auch dann noch gut schlafen, wenn du etwas fröstelst?

Weil wir unsere Zeit draussen geniessen wollen, gilt:

  • Wir sollten (in den meisten Fällen) angenehm
    warm haben.
  • Wir sollten im Schlafsack aber auch nicht
    schwitzen (das würde bewirken, dass wir abkühlen und letztendlich doch wieder
    kalt haben).

Ein Beispiel:

Ich weiss, dass ich schnell kalt habe und das dann auch schnell auf meine Laune schlägt. Deshalb habe einen Schlafsack gewählt, dessen Komfortbereich sich etwa 10°C unter dem Temperaturrange befindet, in dem ich normalerweise unterwegs bin. Das funktioniert für mich super! Andere würden in meinem Schlafsack bei gleichen Temperaturen jedoch schwitzen.

5. Wie wichtig ist dir das Tierwohl?

Daunenprodukte sind leicht, lassen sich klein zusammenpacken und speichern die Körperwärme überdurchschnittlich gut, solange sie trocken sind. Sie sind jedoch umstritten, da Daune lange durch Lebendrupf und aus der Stopfleberproduktion gewonnen wurde. Dank einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit zu diesem Thema hat sich im Outdoorbereich inzwischen einiges getan: Viele Anbieter verpflichten sich heute zur Daunengewinnung ohne Tierleid.

Stammen die Daunen in meinem Schlafsack aus artgerechter Haltung?

Es lohnt sich, hier etwas genauer nachzufragen und die Produktionsrichtlinien und Zertifikate der Anbieter anzuschauen! Eine Zertifikats-Übersicht der bekannten Hersteller von Daunenprodukten findest du hier.

Zertifizierte Produkte sind häufig etwas teurer.

6. Wie gross ist dein Budget?

Für einen guten Daunenschlafsack bezahlst du schnell 500 Franken. Wenn er noch besonders leicht, warm und nachhaltig produziert sein soll, oft auch noch deutlich mehr.

Kunstfaserschlafsäcke sind günstiger, aber schwerer und grösser.

Wichtigste Punkte auf einen Blick

Waren das viele Informationen? Kein Problem. Mit dieser Tabelle behältst du den Überblick.

  Daunen Kunstfasern
Gewicht + -
Wärmeleistung + -
Tierwohl - +
Einsatz in feuchten Gebieten - +
Einsatz in trockenen Gebieten + -
Preis - +

Tipps für den Einsatz deines Schlafsacks

  • Immer auf einer Thermomatte schlafen!
    Aufblasbare Matratzen sind klein, leicht und halten die Kälte des Bodens gut
    von dir fern.
  • Wenn du ausnahmsweise in kälteren Gebieten
    übernachtest, kannst du deinen Schlafsack auch mit einem Innenschlafsack etwas
    "pimpen".
  • Manche empfehlen, einen Sommerschlafsack und
    einen drei-Jahreszeiten-Schlafsack zu haben und im Winter einfach beide
    gemeinsam zu nutzen.
  • Schlafsäcke immer "anprobieren". Dazu
    im Schlafsack flach auf den Rücken liegen und die Kapuze über den Kopf ziehen.
    Wenn du dann gut aufsitzen kannst, ohne dass der Schlafsack zu eng oder zu
    locker sitzt, ist die Grösse ideal.
  • Ich mache mir in kälteren Gebieten fast immer
    eine "Bettflasche". Ich fülle dazu eine kleine, nicht-isolierte
    Alutrinkflasche mit heissem Wasser und lege sie schon etwa eine halbe Stunde
    vor dem Schlafengehen in den Schlafsack (wenn dein Schlafsack hitzeempfindlich
    ist, Flasche noch in etwas Stoff einwickeln). So ist dieser schon warm und
    bleibt es (häufig) auch. 
  • Um meinen Daunenschlafsack trocken zu
    transportieren, habe ich einen wasserdichten, aber atmungsaktiven
    Kompressionssack.
  • Wenn du mit einem Daunenschlafsack unter freiem
    Himmel übernachtest, entweder einen beschichteten Schlafsack wählen oder noch
    in einen atmungsaktiven Biwaksack schlüpfen, um ihn vor Nässe zu schützen.